Die Insel Fehmarn mit dem Fahrrad entdecken

Deutschlands drittgrößte Insel Fehmarn ist zu allen Jahreszeiten ein begehrtes Urlaubsziel. Das weite flache Land, der stete Wind, ausgedehnte Naturschutzgebiete und das unablässige Nagen der Ostsee an den kieseligen und sandigen Stränden garantieren Erholung pur.

Ruhe und Erholung sind auf der Insel zu Hause

Obwohl Fehmarn mit seinen rund 78 Kilometern Küstenlinie recht groß ist und die kleine aber quirlige Insel Hauptstadt Burg zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bietet, ticken die Uhren auf der Insel langsamer als anderswo. Hier gibt es mit Ausnahme dreier Hotel-Hochhäuser am Südstrand keinen Massentourismus oder Megabauten, wie andernorts. Fehmarn ist bekannt für naturnahen Urlaub in kleinen Pensionen, Hotels und Campingplätzen. Rund 10 Campingplätze verteilen sich um die Insel und liegen direkt am Strand und teilweise in idyllischen Lagen mit Wald und Binnensee.

Blick über den Fehmarnsund

Über den Fehmarnsund zu allen Jahreszeiten

Die Anreise nach Fehmarn geht immer über die Fehmarnsund-Brücke, sei es mit dem  Wohnwagen, Wohnmobil, PKW oder mit der Bahn. Hier bietet sich die erste traumhafte Aussicht über die Insel. Fehmarn ist sehr flach, daher hat man an allen Ecken der Insel einen sehr weiten Blick über das Land, der die Seele schon wenige Minuten nach der Ankunft entspannen lässt. Abhängig von der Jahreszeit sieht man im Frühling grüne und blühende Salzwiesen, im Sommer gelb leuchtende Rapsfelder, im Herbst rotbraun gefärbte Wäldchen und feuchte, moorartige Wiesen, während man im Winter über weiße, klirrende Flächen bis zum Dunst der Ostsee sieht. In langen und knackigen Wintern kann es sogar passieren, dass der Fehmarnsund zufriert, so wie zuletzt im Jahr 1963. Dann sieht es auf Fehmarn beinahe aus, wie in der Arktis und man wähnt den Nordpol im schneidigen Wind, der auf dem flachen Land durch nichts aufgehalten wird, nicht mehr weit. Im Sommer allerdings ist der stete Wind, der auch Grund für die zahlreichen und weithin sichtbaren Windräder ist, eine willkommene Abkühlung.

Mühelos Radeln auf flachem Land

Die Schönheit der Insel und das flache Land bieten sich geradezu für einen Urlaub mit dem Rad an. Wer nicht sein eigenes Rad mitbringen möchte, kann Fahrräder an vielen Stellen der Insel leihen. Meist für wenige Euro bekommt man ein passables Rad, mit dem man die ganze Insel erkunden kann. Auf den Campingplätzen kann man häufig Fahrräder ausleihen, genauso wie in Burg auf Fehmarn. Wer bereits mit dem Fahrrad anreist, kann mit dem Strand Express der Bahn, beispielsweise ab Hamburg mit einem Schleswig Holstein Ticket bei  2 Personen und 2 Rädern für 40 Euro nach Burg, oder weiter bis zum Fährhafen Puttgarden im Norden der Insel fahren. Über die ganze Insel zieht sich ein Radwegenetz, so dass man je nach Kraft und Kondition die ganze Insel befahren kann.

Fährhafen Puttgarden

Mit dem Fahrrad an der Nordküste entlang

Eine schöne Tour ab Puttgarden geht am Strand entlang auf einem Kieselweg Richtung Naturschutzgebiet „ Grüner Brink“. Auf dem Weg kann man die frische salzige Luft, die vom Meer herüber weht genießen und die Fähren nach Dänemark beobachten. In der Nähe des Hafens ist der Strand mit großen Steinen befestigt. Nach etwa einem Kilometer gibt es eine kleine Strandbucht, die gerne von Anglern frequentiert wird. Die Investition in eine gute Federung lohnt sich, denn die vielen kleinen und großen Steine machen den Weg in Abschnitten holperig. Auf der linken Seite kommt man an einem Abenteuer-Spielplatz vorbei und rechts am Strand sind viele Sonnenanbeter und Surfer zu finden. Im Vorbeifahren sieht man die tollkühnen Kunststücke der Kite-Surfer und viele bunte im Wind flatternde Strandmuscheln, die ein wenig Windschutz bieten. Die Schotterpiste gabelt sich am Naturschutzgebiet „Grüner Brink“ in einen Weg nach unten Richtung Strand und einen Weg nach oben auf den Deich. Der Weg auf den Deich ist allerdings besser mit dem Rad zu befahren. Hier fährt man durch ein dichtes Wäldchen. Zur Seeseite hin kann man hinter den Bäumen einen kleinen Salzsee erahnen. Hier gedeihen einzigartige Pflanzen und Tiere, die in besonderer Weise an das Leben in den Salzwiesen angepasst sind.

Gleich hinter dem Wäldchen befindet sich auf der linken Seite des Deichs der erste Campingplatz. Dieser ist benannt nach dem Niobe Denkmal. Der Campingplatz bietet ein Restaurant, Markt und Imbiss und selbst im Sommer in der Hauptsaison immer Platz für ein kleines Zelt. Wer nicht weiter voll bepackt fahren möchte, schlägt hier sein Zelt auf und stärkt sich mit einer kleinen Mahlzeit, bevor es weitergeht.

Kilometerweite Sandstrände und gemütliche Inselorte

Vom Campingplatz aus geht es weiter auf dem Deich. Hier schließt sich ein weiterer, in einem idyllischen Wäldchen gelegener, Campingplatz an. Die Strände sind sandig. Wer ins Wasser möchte, dem sind Wasserschuhe empfohlen, denn die großen rundgeschliffenen Kiesel an der Wasserlinie schmerzen an den Füßen und man gleitet leicht aus. Ohnehin sind die Wassertemperaturen der Ostsee auch im Sommer mit maximal 18 Grad nur etwas für Hartgesottene. Kurz vor der Nordwestspitze der Insel Fehmarn liegt ein weiterer großer Campingplatz mit angrenzendem See. Nach Einbruch der Dämmerung fallen hier sehr große und laut brummende Mücken über arglose und leicht bekleidete Radler her. Die Schafe auf dem Deich haben sich dann zur Nachtruhe mitten auf den Weg gelegt und machen nur mit viel gutem Zureden die Piste frei. Wer deshalb den Weg über den Deich meiden möchte, kann den mühseligen aber wunderbar einsamen Weg zu Fuß am Strand entlang Richtung Wallnau im Süden am Fastensee vorbei nehmen. Über eine Länge von etwa 4,2 Kilometern gibt es nur Wind, Strand und Wellen. Hier kann man sich herrlich durchpusten lassen und am Abend einen orangeroten Sonnenuntergang erleben. Die Plagegeister dringen wegen des Windes glücklicherweise nicht zum Strand vor.

Natur pur auf Fehmarn

Die Insel-Hauptstadt Burg auf Fehmarn

Am ersten Strandaufgang führt eine Straße Richtung Dänschendorf und eine Richtung Petersdorf. Beides sind kleine Inselorte im Binnenland, in denen es viele kleine gemütliche Pensionen gibt. Wer lieber luxuriös nächtigen möchte, fährt ab Petersdorf etwa 10 Kilometer über Landkirchen nach Burg auf Fehmarn. Hier gibt es einige gut geführte Hotels, in denen man allen nur erdenklichen Komfort und Gastlichkeit genießen kann. In Burg kann man in einer der urigen Bars und Kneipen den Abend ausklingen lassen. Der kleine Marktplatz umsäumt von Fachwerkhäusern und dem einzigartigen Rathaus der Stadt bietet dafür eine hübsche Kulisse.

Beschauliche Hafenorte und der Südstrand

Eine schöne Strecke führt von Burg etwa drei Kilometer zu einem kleinen Hafen am Burger Binnensee. Der Hafen ist klein und wirkt ein wenig verschlafen. Bei einem Kaffee in einem der gemütlichen Strandkörbe, kann man dem Treiben der Bootsbesitzer in aller Ruhe zuschauen. Ab hier kann man entweder rechts oder links um den Binnensee fahren. Auf der einen Strecke fährt man in großem Bogen auf dem Deich entlang zum feinsandigen Südzipfel Wulfener Hals. Hier residiert  eine Surfschule in einem überaus beliebten Surfrevier. Die andere Strecke führt Richtung Yachthafen Burgtief und zu dem Hotelkomplex am Südstrand. Die Hochhäuser sind nicht unbedingt ein ästhetischer Anblick, aber der Ausblick aus einer der oberen Etagen muss atemberaubend sein. Der Südstrand bietet kilometerweite Sandstrände und Annehmlichkeiten, wie zahlreiche Strandbuden. Hier ist es belebter, als an anderen Stränden der Insel.

Yachthafen Burgtiefe am Südstrand

Vom Südstrand aus kann man am Strand entlang auf einem  ausgeschilderten Radweg bis zum Leuchtturm Staberhuk am Südostzipfel der Insel fahren. Allerdings kann man nicht immer der Beschilderung vertrauen, es kann vorkommen, dass ein Radweg plötzlich in einem Dornenbusch endet. Man sollte deshalb nicht die Küstenroute nehmen, sondern besser auf die Straße ausweichen. Über Meeschendorf geht es nach Staberhof und weiter bis zum Leuchtfeuer. Von hier aus kommt man nur über Meeschendorf wieder zurück Richtung Norden. Die am besten zu fahrende Strecke führt über Burg etwa 7 Kilometer nach Puttgarden. Direkt an der Ostküste gibt es keine durchgängigen Radwege.

Ein Abstecher nach Gold und zum Wasservogelreservat Wallnau

Interessante Touren bieten sich auch zum Surferparadies Gold und zum Strukkamphuk an. Hier neben der Fehmarnsund-Brücke liegt eine große Bucht, die man in weiten Teilen auf gut ausgebauten Küsten-Radwegen am Sulsdorfer Wiek vorbei befahren kann. Am westlichen Ende der Bucht liegt auf einer schmalen Landzunge das Naturschutzgebiet „Krummsteert“ und für eine gemütliche Rast besucht man den Campingplatz. Fährt man vom Flügger Strand aus weiter, kommt man wieder zum Wasservogelreservat Wallnau, mit dem dahinter liegenden herrlich einsamen Strand. So hat man mühelos und voll mit herrlichen Insel-Impressionen Fehmarn in seiner ganzen Vielfalt und Schönheit kennen gelernt.

Weiterführende Informationen zur Insel Fehmarn