E-Bikes immer öfter auf Radwegen zu sehen

Das Image des einstigen Seniorenrads wandelt sich zunehmend, immer mehr junge Radfahrer steigen auf das E-Bike um. Mehr noch: Auch die Radwanderwege werden von dem elektrischen Drahtesel erobert, die Faszination für das Gefährt mit dem Hilfsmotor schlägt sich sehr deutlich in den Umsatzzahlen nieder. Anfang Juni will der Fachkongress für Elektro-Fahrräder & Tourismus „E-Vent“ im Berchtesgadener Land diesem Phänomen weiter auf die Spur gehen.

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) haben elektrische Fahrräder bereits jetzt einen Anteil von fünf Prozent am gesamten deutschen Fahrradmarkt, glaubt man Trendanalysen, könnte diese Zahl in den nächsten Jahren sogar auf 20 Prozent steigen. Zusammen mit den Niederländern gehören die Deutschen zu den größten Anhängern der E-Bikes, die Umsatzzahlen allein in Deutschland steigen von Jahr zu Jahr konstant an. Während im Jahr 2007 „nur“ 70.000 elektrische Fahrräder verkauft wurden, waren es zwei Jahre später bereits 150.000. Im Jahr 2010 stieg der Umsatz auf 200.000 Fahrräder im Jahr. Der ZIV geht davon aus, dass in nächster Zukunft bis zu 600.000 E-Bikes verkauft werden.

E-Bikes schreiten nicht nur in ihrer technischen Entwicklung immer weiter voran, auch die zeitgemäße Optik spricht die junge Zielgruppe an. Das Geheimnis der Pedelecs, wie E-Bikes auch genannt werden, ist der Elektro-Hilfsmotor, der sich jedoch nur anschaltet, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Wird eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht oder hört der Fahrer auf, zu treten, schaltet sich der Motor automatisch ab. Besonders bei Anstiegen, Gegenwind oder bei längeren Fahrten ist der Vorteil des E-Bikes spürbar. Moderne Elektro-Drahtesel erreichen gar Geschwindigkeiten bis zu 55 km/h.

Viele Regionen haben das Potenzial des E-Bikes erkannt und arbeiten daran, ihre Netze mit Verleih- und Akkuwechselstationen weiter auszubauen, sodass immer mehr Radwanderer in den Genuss einer elektrisch begleiteten Tour kommen können. Mit E-Bikes eröffnen sich nicht nur neue Zielgruppen – wie Mütter mit Kindern, ältere Fahrer oder Untrainierte – sondern auch ganz neue Tourziele. So können etwa große Steigungen mühelos überwunden werden. Auch größere Gruppen sind nun möglich. Die Differenzen zwischen unterschiedlich leistungsfähigen Fahrern werden vom Motor ausgeglichen, sodass niemand unglücklich am Ziel ankommt