Leuchtturm-Tour durch den Norden Ostfrieslands

Ein interessanter Abschnitt entlang der deutschen Nordseeküste verbindet die sehenswerten und historischen Leuchtfeuer Ostfrieslands. Auf der Tour sieht man weite Marschlande, hübsche Dörfer mit Guts- und Bauernhöfen und bekommt fabelhafte Ausblicke auf das Wattenmeer beim Radeln auf dem Deich. Zahlreiche Campingplätze bieten traumhafte Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Meer. Die Landschaft ist flach, so dass auch ungeübte Radler voll auf ihre Kosten kommen.

Nordsee Radreisen

Spannende Leuchtturm Tour durch Ostfriesland

Radreisen als Familienspaß

Sagenhafte 9 Leuchtfeuer und ein Turm an der Küste und auf den Ostfriesischen Inseln lassen sich zu einer spannenden Strecke verknüpfen. Dabei kann man die einzelnen Abschnitte und Start- und Endpunkte frei nach Belieben und Kondition wählen. Die beste Jahreszeit für eine solche Tour ist im Frühsommer bis in den Herbst hinein. An der Nordsee herrscht allerdings das ganze Jahr hindurch ein vorwiegend mildes Klima. Das hat relativ milde Winter und nicht zu heiße Sommer zur Folge. Hinzu kommen salzhaltige Aerosole in der frischen Nordseeluft, die besonders Asthmatikern und Allergikern das Durchatmen erleichtern.

Beim Camping die Saisonzeiten beachten

Beachten sollte man unbedingt die Saisonzeiten der Campingplätze. Die meisten Plätze sind erst im Frühsommer wieder geöffnet und sind in der Wintersaison geschlossen. Zeltplätze sind in der Hauptsaison auch ohne Reservierung zu bekommen, wohingegen Wohnwagen Stellplätze oder Caravan Felder immer vorab reserviert werden sollten. Wer als Familie die Nordseeküste bereist, findet auf fast allen Campingplätzen große Kinderspielplätze vor. Daneben bieten zahlreiche Plätze Möglichkeiten zum Wassersport , Ausflüge und veranstalten Kinderfeste.

Fahrradfreundliche Hotels und Pensionen

Wer, anstatt zu campen auf den gewohnten Komfort nicht verzichten möchte, ist in einer Pension oder einem Hotel bestens aufgehoben. Auch hier gilt es unbedingt vorab zu reservieren. Besonders auf den Inseln ist die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten stark limitiert und in der Hauptsaison im Sommer nicht selten ausgebucht. Neu sind in diesem Bereich fahrradfreundliche Pensionen und Hotels. Sie sind ganz auf die Bedürfnisse ihrer aktiven Gäste eingestellt und bieten Möglichkeiten zur Reparatur, Reinigung, Pflege und sicheren Aufbewahrung der eigenen Touren-Bikes.

Ostfriesische Inseln

Borkums Landmarke

Fahren nach Lust und Laune

Wahlweise kann man dort starten, wo es am günstigsten von der Anreise her liegt. Zum Beispiel im kleinen Ort Pilsum. Hier steht der bekannte gelb rote Leuchtturm. Er wurde 1891 aus Eisen erbaut und ragt staatliche 11 Meter in die Höhe. Heute hat er seine Bedeutung als Leuchtfeuer zwar verloren, wurde aber neuen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt. So kann man den Pilsumer Leuchtturm heute besichtigen und sogar in seinem obersten Stübchen den Bund fürs Leben schließen. Der höchste Leuchtturm Deutschlands befindet sich wie Pilsum auf der Krummhörn in direkter Nachbarschaft. Der Campener Leuchtturm ragt 63,3 Meter über die friesische Landschaft. Er ist ein Stahlfachwerkturm und leitet seit 1890 den Schiffen in der Emsmündung den Weg.

Von Campen aus geht es weiter Richtung Borkum. Borkum liegt etwa 10 Kilometer vor der ostfriesischen Küste in der Nordsee. Abgesehen von der einzigartigen Natur des Wattenmeeres und der landschaftlichen Schönheit der Insel Borkum, gibt es hier einen schönen Leuchtturm zu entdecken. Der große neue Leuchtturm thront 60 Meter hoch im Westen der Insel über dem Land. Von hier aus hat man eine fabelhafte Aussicht über die Insel. Nur wenige Meter weiter findet sich der alte Leuchtturm von 1576. Er ist 45 Meter hoch und wurde bis 1879 eingesetzt. Borkum hält den Leuchtfeuerrekord aller Inseln, denn auf der Südwestseite der Insel befindet sich zusätzlich noch der 27 Meter hohe Kleine Leuchtturm. Klassisch im weißroten Gewand bildet er den krönenden Abschluss auf einer 10 Meter hohen Düne. Seit 1891 bildet er eine markante Landmarke auf der Insel Borkum.

Radtour Nordsee

Warn- und Orientierungszeichen an der Nordsee

Von Borkum aus führt die Strecke weiter nach Juist, zum Beispiel mit der Fähre, auf der man auch das Fahrrad transportieren kann, oder über Greetsiel auf dem Festland die Küste entlang zum Ort Norden. Ab der Mole in Norddeich kann man nach Norderney übersetzen. Hier befindet sich ein über 54 Meter hoher Turm aus Backstein, der im Jahr 1874 feierlich eröffnet wurde. Der nächste Turm liegt auf der Insel Langeoog. Allerdings befindet sich hier kein Leuchtfeuer, sondern ein Wasserturm, der einen fabelhaften Blick über die Insel bietet. Im unteren Geschoss befindet sich ein Museum, dass über die Wasserversorgung informiert. Die Insel Wangerooge bietet drei Aussichtspunkte. Zu den interessantesten Zielen zählt dabei der alte Leuchtturm an der früheren Ostspitze Wangerooges. Seine Geschichte reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Heute erzählt ein Museum in seinem Inneren von der Geschichte Wangerooges und eine Aussichtsplattform bietet einmalige Perspektiven auf die Landschaft. Der Westturm dient heute als Jugendherberge und wurde 1933 nach Plänen des Originals des Vorgänger-Westturms eröffnet. Er bildet eine markante Landmarke im Südwesten der Insel. Der neue Leuchtturm markiert schließlich den Abschluss der Leuchtfeuer Tour durch Ostfriesland. Sein Licht in 60 Meter Höhe leitet die Schiffe sicher durch das Fahrwasser der Jade. Seit dem Jahr 1969 verrichtet er seine Dienste als Warn- und Orientierungsfeuer. In unmittelbarer Nähe leuchtet ein Nebenfeuer als Leitmarke die Schiffe durch die Untiefen des Wattenmeeres.

Nordsee Radreisen

Möwen an der Nordsee

Investition in gute Ausrüstung lohnt sich

Zur Ausrüstung sollte ein Navi gehören, oder ein Smartphone mit GPS. Daneben sind Streckenkarten hilfreich. Nützlich ist ebenso ein Sunblocker, beziehungsweise Sonnenschutzmittel. Wer längere Strecken absolvieren möchte, sollte Wert auf gute und funktionale Bekleidung legen. Zur Ausrüstung der Funktionsbekleidung gehört ein Windschutz, aber auch ein sehr guter Regenschutz. Das Zelt findet auf dem Gepäckträger Platz, beachten sollte man aber die mögliche Maximal-Lastkraft des Fahrrads. Fahrradtaschen am Vorderrad und Gepäcktaschen am Hinterrad geben genug Stauraum für Schlafsack, Isomatte, Luftmatratze und Kleidung zum Wechseln. Vergessen sollten man auf keinen Fall das Badezeug. Egal ob bei Flut oder Ebbe, die Nordsee und das Wattenmeer bieten sich für erfrischende Pausen fabelhaft an. Vor der Tour sollte man das Fahrrad inspizieren und die Teile festziehen. Die Reifen benötigen den richtigen Druck, Licht und Bremse sollten einwandfrei funktionieren.