Radfahren mal ganz exotisch

Wer im Urlaub radfahren möchte, der kann aus einer unglaublichen Vielfalt von Reisezielen auswählen. Darunter sind immer wieder welche, die auf den ersten Blick gar nicht mit dem Radeln in Verbindung gebracht werden.

Die indonesische Urlaubsinsel Bali beispielsweise und ihre Nachbarinsel Lombok. Beide kennt man von den Angeboten einschlägiger Reiseunternehmen und oft auch aus Erzählungen der Freunde und Verwandten. Aber eher als Traumziel für den Badeurlaub mit weiten Sandstränden, dichter Dschungelkulisse, tropischem Klima und asiatisch-exotischer Kultur. Speziell Bali wird ja seit vielen Jahrzehnten ganz gezielt als tropisches Traumziel vermarktet und das unbekanntere Lombok folgt diesem Beispiel seit einigen Jahren. Exklusive Hotels der internationalen Spitzenklasse tun ihr übriges zum Ruf der Inseln als hochwertige Destinationen für Reisende mit gehobenen Ansprüchen. Aber die Gegend hat durchaus mehr zu bieten als „nur“ gediegene Resorts, schöne Strände und tolle Tempelanlagen.

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Ausserhalb der Touristenorte, die sich überwiegend im Süden Balis drängen und rund um den Strandabschnitt Senggigi auf Lombok, finden sich wahre Naturschätze und zahllose Tempel, Schreine, kleine Dörfer und malerische Wasserfälle. Nur dort muss man erst einmal hinkommen, oft gibt es keine großen Straßen. So lassen sich diese Gegenden Balis und Lomboks gut mit dem Fahrrad erkunden, was den Vorteil hat, dass man in viel engeren Kontakt mit den Menschen vor Ort kommt. Und das sollte sich kein Reisender entgehen lassen, denn die Inselbewohner sind interessante Gesprächspartner. Auch der sportliche Aspekt kommt nicht zu kurz, beide Inseln sind vulkanischen Ursprungs und bestehen zum größten Teil aus Bergen. Und wenn von Bergen die Rede ist, sind auch Berge gemeint, der Gunung Agung auf Bali erreicht 3142 Meter und der Gunung Rinjani auf Lombok 3726 Meter. Beides übrigens aktive Vulkane!

Weniger ambitionierte Radler oder auch Familien mit Kindern finden dennoch genügend Routen die sich sehr entspannt und ohne all zu großen Schweißverlust befahren lassen. Es ist für fast jeden Geschmack etwas dabei und die Führer vor Ort kennen sich wirklich gut aus. Das eigene Fahrrad mitzubringen ist auf den beiden Inseln natürlich nicht praktikabel, aber es gibt vor Ort genügend Anbieter die sich um die Ausrüstung kümmern. Zumeist sind es Mountain-Bikes die verliehen werden, diese allerdings in indonesischem Standard. Manchmal nagelneu, aber eben nicht immer. Es ist ratsam, die wichtigen Teile vor dem Start einmal zu überprüfen, aber letztendlich macht man das in Europa ja auch.

Radtouren auf Bali

Reisterrassen und dichter Dschungel so weit das Auge reicht, immer wieder unterbrochen von kleinen Dörfern und vor allem den unglaublich vielen hinduistischen Tempelanlagen. So ähnlich ließe sich das Bild zusammenfassen, das sich dem Balireisenden bietet, wenn er die überlaufenen Touristenorte im Süden der Insel verlässt. Mit dem Fahrrad lässt es sich wunderbar stundenlang über kleine Wege durch die Felder und Dörfer fahren. Das sanfte Auf- und Ab überanstrengt nicht und macht solche Touren auch für Familien mit kleineren Kindern interessant. Die Veranstalter vor Ort sorgen für das kulinarische Wohl und halten neben ausreichend Getränken auch immer wieder einen Imbiss bereit. Von der Länge her reichen solche Touren vom zweistündigen Ausflug bis zu mehrtägigen Treks mit Übernachtungen in Gebieten die ansonsten kaum ein Tourist zu sehen bekommt. Wer es sportlicher mag, für den bieten die Berge Balis jede Menge Spaß in allen Schwierigkeitsstufen. Von der mäßig fordernden Tour bis hin zum extremen Downhill am Batur-Vulkanmassiv ist alles dabei was das Radlerherz begehrt. Natürlich werden solche Ausflüge immer gerne mit Relaxphasen am Strand oder anderen Aktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln und Trekking kombiniert.

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Radtouren auf Lombok

Das Radfahren auf Lombok unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht großartig von dem auf Bali. Nur dass Lombok noch weniger touristisch erschlossen ist und man teilweise durch Gebiete fährt, die noch nicht einmal besiedelt erscheinen. Bei genauerem Hinsehen fallen dann doch Unterschiede auf, denn zwischen Bali und Lombok verläuft die Wallace-Linie, jene Grenze, die die asiatische Flora und Fauna von der australischen trennt. Die Pflanzen- und Tierwelt ist auf Lombok also eine andere.

Was das Naturerleben nicht weniger umwerfend macht. Es gibt Fahrradausflüge die in angenehmen 500 Metern Höhe durch den Bergwald führen. Immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken aufs Meer und durch die Höhe auch klimatisch recht gemäßigt. Oder Touren die direkt am Strand entlang verlaufen und malerische Buchten entdecken lassen, die ansonsten allenfalls von ein paar Fischern besucht werden. Auch auf Lombok gibt es sportlich anspruchsvolle Strecken, bis hin zum Downhill. Ohne ortskundigen Führer geht allerdings genausowenig wie auf Bali. Denn markierte Wege sind eher Mangelware. Natürlich werden auch Touren angeboten die mehrere Inseln verbinden, so lassen sich auch gut mal mehrere Wochen im Sattel verbringen. Was einen Urlaub ergibt, den sicher nicht jeder erleben wird.

Visum, Klima, Reisezeit & Co.

Indonesien liegt in den Tropen, jeweils ein paar Grad auf beiden Seiten des Äquators. Das Klima ist dementsprechend warm und feucht. Die Temperaturen liegen auf Meereshöhe immer so um die 28 bis 30°C und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Weiter oben in den Bergen wird es deutlich kühler und zum Radeln angenehmer. Es gibt eine Regenzeit etwa von November bis März und eine Trockenzeit von April bis Oktober, wobei die Niederschlagsmenge von Region zu Region unterschiedlich sein kann.

Die Einreise nach Indonesien ist für Deutsche denkbar einfach, das nötige Visum wird direkt vor Ort bei der Einreise ausgestellt. Es gilt 30 Tage und kostet 25 USD, nur ein gültiger Reisepass muss vorgelegt werden. Wird eine organisierte Reise gebucht, kümmert sich ohnehin der Veranstalter darum.

Ist Indonesien denn sicher?

Ja, ist es! Zumindest sind die touristisch erschlossenen Regionen nicht unsicherer als jedes andere Land der Erde, einschließlich Europa oder USA. Zwar gibt es in manchen Landesteilen radikal-islamische Strömungen mit einer gewissen Gewaltbereitschaft, aber in diese Regionen kommt man als Tourist ohnehin eher selten. Mit so vielen Informationen, kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Nur die tropische Sonne und die hohe Luftfeuchtigkeit sollten keinesfalls unterschätzt werden. Zu Beginn des Aufenthalts ein paar Tage zur Akklimatisation einzuplanen kann nicht schaden.